Lehrveranstaltungen im Wintersemester 1999/2000

Seminar 2:
Government Denies Knowledge - Verschwörungstheorien in der Massenkultur. Netzgestützter Seminarverbund mit dem Soziologen H. J. Krysmanski (Univ. Münster)
Raum 106 + Computerlernstudio (517), mittwochs 16-18 Uhr.
KVV:
Der Erfolg von TV-Serien wie "Akte X" und Spielfilmen wie "JFK" und "The Matrix" spiegelt ein Grundphänomen postmoderner Welterkenntnis wieder: die Vorstellung, daß alles mit allem zusammenhängt und daß uns dennoch die wesentlichen Zusammenhänge verborgen werden. Die Massenkultur geht auf diese Erfahrung ein und bietet eine große Zahl von Produkten mit 'verschwörungstheoretischem' Gehalt. Zugleich mehren sich Publikationen über das Verschwörungsmotiv. Dabei kommt auch die Geschichte zur Sprache - von den 'Illuminati' bis zu den Nationalsozialisten. Das Seminar geht aus vom verschwörungstheoretischen Angebot in der Massenkultur: TV, Film, Internet. Kommunikations- und Informations-Webseite der beteiligten Seminare ist http://www.uni-muenster.de/PeaCon/conspiracy/conspiracy.htm (follow the white rabbit...). Siehe auch Schwarzes Brett Hamburg.


PE           (für Magister- + Diplomstudierende: Seminar 1):
Praxisbezogene Einführung in Geschichte, Theorien und Internet-Präsenz der Pädagogik
      Raum 305 und Computerlernstudio (517), donnerstags 10-13.
KVV:
Wie alle PEen richtet sich auch diese an StudienanfängerInnen im Fach Pädagogik. Diese PE ist darüber hinaus an Erstsemester gerichtet, in deren Lernbiographie die Beschäftigung mit kulturellen Produkten aus dem Cyberpunk-Bereich - (beginnend mit Blade Runner) Shadow Run, Neuromancer, Snow Crash - bzw. Rollenspiele wie DSA oder einschlägige Film- und Fernsehproduktionen eine Rolle spielen. Die PE geht von der Überlegung aus, daß die genannten und ähnliche Produkte der Massenkultur eine zunehmende Bedeutung für die Selbst- und Weltbildentwicklung von Jugendlichen einnehmen. Die Beschäftigung damit ist also nicht (mehr nur) als Privatvergnügen zu verstehen, sondern gehört - als theoretisch reflektierte Praxis - für künftige PädagogInnen gewissermaßen zum Berufswissen. In der PE sollen bisherige eigene, einschlägige Erfahrungen durch Ergebnisse der Bildungs- und Sozialisationsforschung, Interviews mit Jugendlichen und Vergleiche heutiger Weltbilder mit jenen zu Beginn der Neuzeit reflektiert werden. Die PE ist Teil einer zweisemestrigen Sequenz (mit Seminar 1 Allgemeine Erziehungswissenschaft und 1-stündiger Vorlesung im Sommer 2000).

Hauptseminar:
Bildung und Moderne. Der klassische Bildungsbegriff im Lichte deutsch-jüdischer Geschichte
zusammen mit Britta L. Behm, Raum 106, mittwochs 12-14.
KVV:
Der klassische Bildungsbegriff entstand in der Epoche zwischen 1770 und 1830; seine führenden "Autoren" waren christliche Gelehrte und Reformbeamte. Auf ihn wird in der Erziehungswissenschaft seit den 1960er Jahren immer wieder Bezug genommen, wenn es darum geht, sich über grundlegende Dimensionen pädagogischen Selbstverständnisses und erziehungswissenschaftlicher Theorie-Reflexion zu verständigen; auch werden die pädagogischen und bildungstheoretischen Klassiker häufig befragt, wenn es um neue Problemstellungen - Interkulturalität, Geschlechterverhältnis o.a. - geht. Ausgehend von den Ergebnissen eines DFG-Projekts, das wir vor kurzem beendet haben, wollen wir der Frage nachgehen, welche Bedeutung die Frage der bürgerlichen Emanzipation und rechtlichen Gleichstellung der Juden, die ebenfalls in jener Epoche verhandelt wurde, für die Konzipierung des klassischen Bildungsbegriffs gehabt hat. Die thematische Schwerpunktsetzung im einzelnen wird zu Semesterbeginn mit den SeminarteilnehmerInnen gemeinsam festgelegt.
Hinweis: Texte zum Thema finden Sie auf der nächsten Seite unter "Publikationen".


Ringvorlesung:
von Mitgliedern des Forschungsschwerpunkts Bildung in gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Organisation: Tina Koch, Christoph Koller, Ingrid Lohmann, Raum 106, donnerstags 16-18. Beginn: 28. 10. mit meinem Vortrag: Transformationsprozesse der Bildung am Ende der Moderne.

 

Oberseminar, zusammen mit Christine Mayer:
DoktorandInnen-Kolloquium

donnerstags 18-21 Uhr (nach Vereinbarung), Raum 113.
KVV:
In dieser Veranstaltung, die unabhängig vom Semesterturnus stattfindet, betreuen wir Dissertationen und beraten zu Dissertationsvorhaben in den Bereichen Historische und Historisch-Vergleichende Erziehungswissenschaft / Ideen- und Sozialgeschichte der Erziehung / Bildungstheorie / Geschlechterforschung, und zwar zu diesen Themen:
jüdische Bildungsgeschichte in Deutschland, Bildung in der Post/ Moderne, Cultural Studies on Globalization in Education, Bildungssystem zwischen Öffentlichkeit und Privatisierung (auch: Kommerzialisierung), Verhältnis von Allgemeinbildung und Berufsbildung, Bildungsphilosophie, Bildungstransfer (Zentrum/ Peripherie). Zur Zeit nehmen daran teil:
      Andreas Hoffmann: Schule und Akkulturation. Geschlechtsdifferente Erziehung von Jungen und Mädchen der Hamburger jüdisch-liberalen Oberschicht. 1848-1939 (Abschluß im Sommer 99).
      Britta L. Behm: Elemente des Dialogischen bei Moses Mendelssohn. Deutsch-jüdisches Bildungsdenken in der Spätaufklärung.
       Monika Kaminska: Liebkosung - Verantwortung - Gerechtigkeit. Überlegungen zu Levinas´ Diachronie der Zeit mit Blick auf das pädagogische Denken Janusz Korczaks und Martin Bubers.
      Peter Dietrich: Der Erziehungsgedanke im Jugendstrafrecht. Erziehungswissenschaftliche Analyse eines juristischen Problems.
      Uta Lohmann: Erziehungskonzepte der Haskala am Beispiel von David Friedländer (1750-1834).
 sowie - sporadisch - Elke Weißer (Berlin).


Lehrveranstaltungen im Sommer 2000

Seminar 1:
Proseminar Allgemeine Erziehungswissenschaft. Donnerstags 10-13, 14-täglich.

Einführende Vorlesung:
Erziehung und Gesellschaft. Einführung in pädagogische Handlungs- und Berufsfelder. Mittwochs 12-13, einstündig.

Hauptseminar:
The Rise and Fall of Public Education (u.b.B. des Schulrechts). Donnerstags, 10-13, 14-täglich.

Oberseminar:
DoktorandInnen-Kolloquium, zusammen mit Christine Mayer. (s. unter WS 99/00)


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Verantwortlich für diese Webseite: Ingrid Lohmann. Letzte Änderung: 18. August 1999.