Lehrveranstaltungen im Sommer 2000

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Vorlesung: Bildung und Gesellschaft. Einführung in pädagogische Handlungs- und Berufsfelder (06.029) Raum 106, 1-std, mittwochs 12-13 Uhr. Diplom: G5, G8, G9

Diese einführende Vorlesung findet ergänzend zum Proseminar 06.049 statt, kann aber auch unabhängig davon besucht werden. Thema der Vorlesung ist ein Überblick über Grundprobleme und Grundfragestellungen der Pädagogik in der Moderne, mit Schwerpunkt auf Aspekten, die den Wandel in den Beziehungen zwischen der ´Gesellschaft´ als System und ´Bildung´ als einem ihrer Teilsysteme ins Licht rücken. Zur Sprache kommen dabei u.a. Klassiker, darunter etwa Comenius, Rousseau, Mendelssohn, Humboldt, Schleiermacher, aber auch aktuelle Transformationsprozesse im Bildungsbereich (Privatisierung, Globalisierung).
     In einigen Vorlesungsterminen kommen – sozusagen außer der Reihe – jetzt im Beruf stehende AbsolventInnen pädagogischer Studiengänge zu Wort und berichten, wie sie wurden, was sie sind. Dieser Vorlesungsteil dient dazu, einen Einblick in pädagogische Berufstätigkeiten zu geben und die eigenen Vorstellungen von möglichen künftigen Arbeitsbereichen zu erweitern (Termine: 3., 24. und 31. Mai, 21. Juni, 5. und 12. Juli).

Proseminar Allgemeine Erziehungswissenschaft (06.049)
R. 106 und CLS, 14-täglich donnerstags 14 st – 17 st. Diplom: G1, G3, 18

Das Seminar ist Teil einer im Winter mit einer PE begonnenen, zweisemestrigen Sequenz; ergänzend findet eine einführende Vorlesung zum Thema "Bildung und Gesellschaft - Einführung in pädagogische Handlungs- und Berufsfelder" (06.029) statt.
    Ziel der Lehrveranstaltung ist die Fortführung und Vertiefung der bisherigen Auseinandersetzung mit einem Klassiker der Pädagogik, nämlich Johann Amos Comenius - diesmal in Verbindung mit der Erstellung elektronischer Webseiten für die Virtuelle Ausstellung "Comenius im Krieg". Im Ausgang von den durch die Studierenden selbst gewählten Themenschwerpunkten wird die Comenius-Lektüre zunächst fortgesetzt. In einem zweiten Schritt werden dann Grundlagentexte aus der aktuellen erziehungswissenschaftlichen Diskussion teils gemeinsam diskutiert, teils arbeitsteilig angeeignet. Ansatzweise wird außerdem in die Methodik von narrativen Interviews eingeführt, um Interviews zu den jeweiligen Teilthemen durchführen zu können. Texte und Interviewergebnisse werden anschließend in der Comenius-Ausstellung präsentiert. Der Besuch der ergänzenden Vorlesung wird empfohlen.

Hauptseminar: Privatisierung im Bildungsbereich (u.b.B. des Schulrechts) The Rise and Fall of Public Education (06.189)
R. 106 und CLS, 14-täglich donnerstags, 14 st –17 st.  Diplom: H8, H9, 11

Der Bildungsbereich steht seit Mitte der 90er Jahre verstärkt unter Privatisierungsdruck. Maßnahmen wie die Aufhebung des Werbeverbots an Schulen, die rasch ansteigende Zahl neugegründeter Privathochschulen, die nicht abreißende Diskussion über die Einführung von Studiengebühren deuten darauf hin; Nachrichten über corporate universities und Privatunternehmen, die Schulmanagement als Dienstleistung anbieten, mehren sich – und dies nicht nur in den USA. Wie sind diese Entwicklungen zu bewerten? Welche Folgen für pädagogische Tätigkeit zeichnen sich ab? - Im Seminar soll zunächst ein Rückblick auf die Anfänge der Etablierung nationalstaatlicher Bildungssysteme zu Beginn der Moderne erfolgen. In einem zweiten Schritt werden aktuelle nationale und internationale Entwicklungen beleuchtet und arbeitsteilig (Internetrecherchen; Ausloten der schulrechtlichen Aspekte) weiterverfolgt.                 Das Seminar steht in Verbindung mit der Tagung "Privatisierung des Bildungsbereichs. Eigentum und Wertschöpfung in der Wissensgesellschaft", 15.-17. Juni; die Teilnahme hieran ist für ´Schein´-InteressentInnen verbindlich, ebenso die an meinem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung 06.103 am 13. April (17-19 Uhr, Raum 106). Termine: 6.4.// 20.4.// 4.5.// 18.5.// 15.-17.6. Tagung // 29.6.// 13.7. (evtl.).
              Die Veranstaltung kann im Wintersemester durch ein SmP fortgesetzt und z.B. im Hinblick auf Examensarbeiten vertieft bzw. für ein integriertes Studienprojekt genutzt werden.
              Literaturhinweise: siehe die Artikel unter "Publikationen und Vorträge" in http://www.epb.uni-hamburg.de/erzwiss/lohmann/lohmann.htm

Hausarbeiten aus dem Seminar: Thomas Rogel über "Selbstgesteuertes Lernen", Christian Rowe über die Diskussion zum Hamburger Hochschulgesetz

Oberseminar: DoktorandInnen-Kolloquium, zusammen mit Prof. Dr. Christine Mayer
(06.198)

R. 113 Donnerstags 17-20 Uhr n.V.

In dieser Veranstaltung, die unabhängig vom Semesterturnus stattfindet, betreuen wir Dissertationen und beraten zu Dissertationsvorhaben in den Bereichen Allgemeine, Historische und Historisch-Vergleichende Erziehungswissenschaft, Ideen- und Sozialgeschichte der Erziehung, Bildungstheorie, Geschlechterforschung, und zwar zu diesen Themen:
    Transformationsprozesse der Bildung in Moderne und Postmoderne (Privatisierung, Kommerzialisierung; neue Medien; Bildungstransfer Zentrum / Peripherie; Verhältnis von Allgemein- und Berufsbildung), Bildungsphilosophie, jüdische Bildungsgeschichte in Deutschland.
    Zur Zeit nehmen daran teil: Patricia Baquero, Britta L. Behm, Peter Dietrich M.A., Dr. Andreas Hoffmann, Uta Lohmann M.A., Monika Kaminska M.A. sowie, sporadisch, Elke Weißer (Berlin).

Ringvorlesung:
Bildung und gesellschaftliche Transformationsprozesse
R. 106, 14-tgl. donnerstags 17-19 Uhr

Der gleichnamige Forschungsschwerpunkt des FBE setzt seine im vergangenen Semester begonnene Vorlesungsreihe fort, diesmal zu folgenden Themen:
13.4.   Im Übergang zur Postmoderne: Öffentliche Bildung unter Privatisierungsdruck
           Prof. Dr. Ingrid Lohmann, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft
27.4.   Sprachlich-kulturelle Differenz und Chancengleichheit: (un)versöhnlich in staatlichen            Bildungssystemen?
           Prof. Dr. Ingrid Gogolin, Institut für Schulpädagogik und pädagogische Psychologie
9.5.     Identitätsbildung und gesellschaftlicher Wandel
           Dr. Walter Bauer, Universität Magdeburg
                !! ausnahmsweise: Dienstag, 17.00 - 19.00 Uhr, Raum 424, Von-Melle-Park 8 (4. Stock)
25.5.   Reflexionen zu einer Theorie transformatorischer Bildungsprozesse
           Prof. em. Dr. Helmut Peukert, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft
8.6.     Die Not der Selbstverbürgung in modernen Gesellschaften
           Prof. Dr. Rainer Kokemohr, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft
22.6.   Humanismus des anderen Menschen. Die Transformation des Bewußtseins in Emmanuel
           Lévinas´ Schrift "Ohne Identität"

           Monika Kaminska, M.A., Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft
6.7.     Beruf - Bildung - Geschlecht. Historische und aktuelle Transformationsprozesse
           Prof. Dr. Christine Mayer, Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft


Webseite: Ingrid Lohmann. Letzte Änderung: 26. April 2000