Forschungsbereich Sozialisation und Geschlecht


Gelingensbedingungen und Barrieren pädagogischer Interventionen zur Förderung des Interesses junger Frauen an MINT-Berufen in schulischen Berufsorientierungsprojekten

Verbundvorhaben mit dem DJI München: Berufsorientierung auf zukunftsträchtige Berufe.



letzte Aktualisierung: 23.2.2014
Laufzeit: 4/2011 - 5/2012

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischem Sozialfonds der Europäischen Union gefördert


Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Jessica Rother

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Der schulischen Berufsorientierung kommt eine wichtige Rolle zu um junge Frauen für MINT-Berufe zu interessieren und zu qualifizieren. Verursachend für die bisherige 'Abstinenz' der jungen Frauen sind u.a. die Genderung des MINT-Bereiches, der eher als 'männliche' Domäne gilt. Berufsorientierung müsste folglich ein Degendering des MINT-Bereichs bewirken, den jungen Frauen ermöglichen, Erfahrungen ggfs. nachzuholen und die Lebensplanung inklusive der Vereinbarkeitsfrage thematisieren. Gleichzeitig darf sie nicht durch eine Dramatisierung von Geschlecht die Besonderung einer solchen Berufswahl so hervorheben, dass Stereotype eher verstärkt werden. Die beteiligten Akteure, sowohl Lehrkräfte in Schulen wie Pädagog/innen bei außerschulischen Trägern, sind jedoch keineswegs frei von Genderstereotypen bzw. sind selbstverständlich eingebunden in die Prozesse der Konstruktion von Geschlecht.

Das Ziel des einjährigen Projekts ist die Beantwortung der Fragen, welchen Stellenwert pädagogische Interventionen haben und wie diese das Interesse von Mädchen für MINT-Berufe beeinflussen können.

•  Von Juni-August 2011 wurden 25 Leitfaden-gestützte Experten/-innen-Interviews mit für die Berufsorientierung (BO) zuständigen Lehrkräften an Hamburger Stadtteil- und Münchener Haupt- und Mittelschulen geführt, sowie von Seiten des Kooperationspartners DJI 25 Interviews mit Pädagogen/Pädagoginnen außerschulischer Projekte, die Maßnahmen zur BO durchführen.

•  Neben der Auswertung der Interviews wurden auch Kontextinformationen aus Homepages, Broschüren, Unterrichtsmaterialien, etc. in die Klärung der Frage einbezogen.

•  Die Auswertungsergebnisse werden in einer Broschüre dokumentiert, die zur Projektabschlusstagung Ende März erscheinen wird. Auf der Abschlusstagung werden die Ergebnisse präsentiert und mit Kolleg/innen und Expert/innen diskutiert. Die Diskussionsergebnisse sollen protokolliert und später ebenfalls veröffentlicht werden.

Zusammenfassung einiger Interview-Ergebnisse:

•  An den Schulen werden nur sehr wenige Berufsorientierungseinheiten zum MINT-Bereich und zur Erhöhung des Interesses von Mädchen an MINT-Berufen realisiert.

•  Ausbildungen im MINT-Bereich werden allgemein als für höher qualifizierte Schulabgänger/innen eher geeignet betrachtet.

•  Als zukunftsträchtig für Hauptschüler/innen werden eher andere Berufsfelder angesehen.

•  Lehrkräfte sehen für sich selbst nur wenige Handlungsmöglichkeiten, um der traditionellen Berufswahl von Mädchen entgegenwirken zu können, da die Gründe hierfür externalisiert werden.

•  Es gibt einige Bemühungen zur Ausweitung des Berufswahlspektrums, die als positiv bewertet werden. Daneben werden ebenfalls allgemeine Gelingensbedingungen der Berufsorientierung beschrieben.

•  Deutlich größer fallen die Aussagen über die Schwierigkeiten innerhalb der Berufsorientierung im Allgemeinen und bezogen auf die Erweiterung der von Schülern/Schülerinnen präferierten Berufe aus.

•  Die Kooperation mit außerschulischen Trägern wird von Lehrer/innen einerseits als sinnvoll und als Entlastung empfunden, andererseits werden Schwierigkeiten benannt, die Angebote in den Schulalltag integrieren zu können.

•  Lehrkräfte äußern aber durchaus viele Veränderungsvorschläge und Wünsche bezüglich der Berufsorientierungs-maßnahmen.

Die Broschüre mit den Ergebnissen kann hier heruntergeladen werden oder als Printversion beim DJI bestellt werden.

DJI-Gespräch: März 2012 mit Irene Hofmann-Lun (DJI): Anlagenelektronikerin statt Kosmetikerin? Wie man Hauptschülerinnen hilft, ihr Berufswahlspektrum zu erweitern.

Im Newsletter "Übergänge im Jugendalter" vom Mai 2012 berichten Irene Hoffmann-Lun und Jessica Rother über Ergebnisse des Projektes: "Sind MINT-Berufe zukunftsträchtig auch für Hauptschülerinnen?"

Den Schlussbericht für das Bundesministerium können Sie hier erhalten.

 


Aktivitäten

24.11.12 Vortrag „Berufsorientierung auf zukunftsträchtige Berufe“ (mit Jessica Rother) im Rahmen der „International Conference on Career Orientations, Education Systems, and gendered School-to-work Transitions“ der Universität Basel

23.3.2012 Abschlusstagung des Projektes an der Universität Hamburg. Sie finden hier die Powerpointpräsentation der Vorträge, das Ergebnisprotokoll der Abschlussdiskussion sowie ein Foto des Podiums und einen Schnappschuss der Teilnehmenden.

12.-14.3.2012 Posterpräsentation auf dem DGfE-Kongress in Osnabrück.

29.10.11: Teilnahme an der Nacht der Wissenschaften in Hamburg

01.07.11: Teilnahme an der 1. Forschungswerkstatt an der Universität Hamburg "Gender und Diversity in der Forschung an Hamburger Hochschulen"

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