Forschungsbereich Sozialisation und Geschlecht




Geschlecht und Berufsorientierung


letzte Aktualisierung: 18.9.2017

Laufzeit: 2/2013-3/2017
Teilfinanzierung: Max-Traeger-Stiftung (6/2013-3/2017)
Teilfinanzierung: Hans-Böckler-Stiftung (7/2014-12/2016)

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Hannelore Faulstich-WielandMax Träger Stiftung

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
Jessica Rother (2/2013-9/2014)
Barbara Scholand

Doktorandin:
Tatjana Beer

Studentische Mitarbeiterinnen:
Vanessa Carroccia
Anna Lucht
Birgid Wallraf

 


Einordnung, Fragestellung, Methode: Berufsorientierung gehört zu den Aufgaben vor allem an nicht-gymnasialen Schulen. Dabei geht es darum, die Jugendlichen zur Wahl eines für sie angemessenen Ausbildungsberufes zu befähigen. Bildungs- und arbeitsmarktpolitisch sowie unter Gleichstellungsaspekten wird zugleich gewünscht, das Berufswahlspektrum von Mädchen wie auch von Jungen zu erweitern. Das Projekt will die Frage beantworten, ob bzw. welche Zusammenhänge zwischen berufsorientierenden Maßnahmen an Schulen einerseits und Interessen sowie Plänen von Schüler/innen andererseits bestehen. Gelingt es, ein Spektrum an Interessen und beruflichen Plänen zu entwickeln, das nicht durch geschlechterstereotype und andere Einschränkungen begrenzt wird?

Ziel des Projektes: Die Forschungsergebnisse liefern Erkenntnisse darüber, inwiefern sich schulische Berufsorientierungsmaßnahmen innerhalb und außerhalb des Unterrichts förderlich oder einschränkend auf das Interessenspektrum von Schüler/innen und damit auf die Berufswahl auswirken. Damit sollen die Erkenntnisse dazu beitragen, schulische Maßnahmen zur Berufsorientierung gender- bzw. ungleichheitssensibel zu gestalten, so dass geschlechtsbedingte und weitere Ungleichheiten bei der Berufseinmündung reduziert werden – Jugendliche also unterstützt werden, auch „geschlechtsuntypische“ Berufswünsche zu entwickeln.

Teilprojekt: Berufsorientierung und Geschlecht (Förderung durch Max-Traeger-Stiftung)

In dem von Juni 2013 bis Dezember 2016 laufenden Teilprojekt wurden zwei Forschungsstränge realisiert: Zum einen wurde über die Jugendlichen selbst erhoben, welche Rolle die schulische Berufsorientierung bei ihrer Berufsfindung gespielt hat. Zum anderen wurde die besondere Bedeutung erforscht, die Schülerfirmen bei der Berufsorientierung zukommt.

Erfahrungen von Auszubildenden mit schulischer Berufsorientierung
Für den ersten Teil wurden in Hamburger Berufsschulen Interviews mit Jugendlichen geführt, die eine berufliche Ausbildung in einem „untypischen“ Beruf absolvieren. Was hat sie dazu bewegt, diesen Beruf zu ergreifen? Welche Rolle haben dabei Maßnahmen der schulischen Berufsorientierung gespielt? Welche Rolle haben andere Einflussfaktoren gespielt? Als „geschlechtstypisch“ gelten Berufe, bei denen der Anteil eines Geschlechts größer als 60% ist. Nimmt man jeweils die zehn am stärksten Ende 2011 mit Neuabschlüssen besetzten Berufe durch junge Frauen bzw. junge Männer und wählt daraus diejenigen, die in diesem Sinne als „geschlechtstypisch“ gelten können, und in denen, wenn möglich, Hauptschulabsolvent/innen eine Chance haben, dann sind dies bei den „Frauenberufen“ Kaufleute für Bürokommunikation, Gestalter für visuelles Marketing und Frisöre, zudem (allerdings nur mit Realschulabschluss) Immobilienkaufleute und medizinische bzw. zahnmedizinische Fachangestellte sowie – außerhalb des dualen Systems – Erzieher. Bei den „Männerberufen“ sind es folgende Berufe, die hier in Frage kommen: Kraftfahrzeugmechatronikerinnen, Industriemechanikerinnen, Köchinnen, Elektronikerinnen, Fachkräfte für Lagerlogistik, Tischlerinnen und Fachlageristinnen. Aus einigen dieser Berufe wurden in der Regel jeweils drei Personen als Interviewpartner/innen gewonnen.

Schülerfirma als Instrument der schulischen Berufsorientierung
Für den zweiten Teil wurde an einer Stadtteilschule in Hamburg die besondere Rolle untersucht, die Schülerfirmen als Bestandteil von Berufsorientierung haben können. Es handelte sich dabei um eine ehemalige integrierte Gesamtschule. Sie ist für vorbildliche Berufsorientierung ausgezeichnet worden und realisierte mit der Umstellung auf den Ganztagsbetrieb wöchentlich einen jahrgangsübergreifenden Profiltag für die Klassen 9 und 10. Die Schüler/innen konnten während dieser Zeit in einer der Abteilungen der Schüler/innenfirma (z.B. Fahrradwerkstatt, Fadenfabrik, Öffentlichkeitsarbeit, Schüler/innenladen, KoBa [Kochen & Backen], Schüler/innenzeitung, Metallwerkstatt, Personalabteilung) arbeiten. Dafür mussten sie sich bewerben und dann beide Schuljahre in der Schülerfirma bleiben. Die Arbeit in ausgewählten Teilen dieser Schülerfirmen wurde im Projekt ethnografisch begleitet.

Teilprojekt: Berufsorientierung und Gender (Förderung durch Hans-Böckler-Stiftung)

In dem von der Hans Böckler-Stiftung finanzierten Projekt wurden weitere konkrete berufsorientierende Maßnahmen in Hamburger Stadtteilschulen ethnografisch erforscht, um herauszufinden, ob und wie sie die (genderuntypischen) Interessen der Jugendlichen fördern – oder auch behindern. In welcher Weise wird mit der Vergeschlechtlichung von Berufen umgegangen und wie positionieren sich die Schüler/innen dazu? Gelingt eine Entdramatisierung des Geschlechts?

Hamburg realisiert seit dem Schuljahr 2010/11 ein für alle Schulen verbindliches Programm zur Berufsorientierung und bietet mit den Stadtteilschulen zudem eine Schulform an, die den Jugendlichen alle Abschlüsse ermöglicht. Theoretisch bietet die Stadt damit ein ausgezeichnetes Potential, um durch gute (Aus)Bildungsqualität die Unterstützung gerade auch „geschlechtsuntypischer“ Berufswahlen zu realisieren. Tatsächlich – so die Ergebnisse des von uns im Auftrag des BMBF durchgeführten Forschungsprojektes – schreiben die Lehrkräfte der eigenen Gestaltung der Berufsorientierungsmaßnahmen letztlich nur eine geringe Rolle zu. Die Einstellungen von Lehrkräften und ihre Annahmen über Geschlecht spielen für die interaktionale Gestaltung des BO-Unterrichts eine zentrale Rolle. Eine Schwierigkeit der Ausgestaltung besteht darin, das vorhandene oder zu weckende Interesse an Berufen möglichst nicht auf das Geschlecht zu beziehen: In dem Moment, in dem die Geschlechterverhältnisse in diesen Berufen betont werden, wird – wie oben ausgeführt – Geschlecht dramatisiert. Gerade in der Adoleszenz ist vorstellbar, dass dies von den Jugendlichen eher als unangenehm, denn als Genuss erlebt wird.

Zentrales methodisches Mittel der ethnographischen Forschung sind die – möglichst im Tandem – erfolgenden Beobachtungen sozialer Situationen in berufsorientierenden Maßnahmen von verschiedenen Stadtteilschulen (bspw. Betriebserkundungen, Praktika, Planspiele usw.), die durch Protokolle und ggfs. durch den Einsatz von Medien (Audio, Foto) festgehalten werden. Unterrichtsbeobachtungen wurden insbesondere in den Fächern bzw. Stunden geplant, die als Berufsorientierung ausgewiesen wurden. Im Zentrum stand dabei die interaktionale Ausgestaltung der Maßnahmen durch Lehrkräfte bzw. Anleiter/innen einerseits und Schüler/innen andererseits – d.h. das Forschungsprojekt nahm eine Doppelfokussierung vor, bei der Berufsorientierung als kokonstruktiver Prozess der Beteiligten in den Blick genommen wird.

Ethnografische Forschung bezieht darüber hinaus alle verfügbaren Informations- und Datenquellen ein: Dazu gehören Gespräche, Interviews und Gruppendiskussionen mit den beteiligten Akteuren (Schüler/innen, Lehrkräfte) Dokumente (Webseite der Schule, Schulprogramme, schulinterne Ankündigungen und Aushänge), eigene Fotografien von Räumen und verwendeten Materialien sowie von Pädagogen und Pädagoginnen bzw. Schüler/innen verwendete und hergestellte Artefakte . Ferner konnten eine Reihe schulstatistischer Daten als Hintergrundinformationen genutzt werden: Die Stadt Hamburg, genauer: die Schulbehörde, lässt über das Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätssicherung (IfBQ) umfangreiche statistische Daten über Schulen und Stadtteile erheben, z.B. Sozialindex, Übergangsquoten und Abschlussleistungen.

Für den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis ist eine Handreichung erstellt worden. Außerdem sind in Zusammenarbeit mit interessierten Gewerkschaften und evtl. anderen Verbänden Angebote von Vorträgen und Workshops möglich.


Publikationen

Faulstich-Wieland, Hannelore / Scholand, Barbara (2017): Von Geschlecht keine Spur? Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen. Reihe Hans Böckler Stiftung Study Nr. 365. Die Publikation ist unter folgendem Link downloadbar: https://www.boeckler.de/5248.htm?produkt=HBS-006661&chunk=1&jahr=

Faulstich-Wieland, Hannelore (2017): Paradoxien des gendergerechten Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung am Beispiel des Berufsorientierungsunterrichts. In: Helga Fasching, Corinna Geppert und Elena Makarova (Hg.): Inklusive Übergänge. (Inter)nationale Perspektiven auf Inklusion im Übergang von der Schule in weitere Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 163–171.

Faulstich-Wieland, Hannelore (2017): Geschlechtersensible Berufsorientierung - weitgehend Fehlanzeige. In: Aaron Löwenbein, Frank Sauerland und Siegfried Uhl (Hg.): Berufsorientierung in der Krise? Der Übergang von der Schule in den Beruf. 1. Auflage. Münster: Waxmann, S. 162–176.

Faulstich-Wieland, Hannelore / Scholand, Barbara (2017): Gendersensible Berufsorientierung - Informationen und Anregungen. Eine Handreichung für Lehrkräfte, Weiterbildner/innen und Berufsberater/innen. Reihe: Forschungsförderung Working Paper, Nr. 34. Düsseldorf - Die Handreichung ist unter folgendem Link downloadbar: https://www.boeckler.de/pdf/p_fofoe_WP_034_2017.pdf

"Rollenbilder sind sehr wirksam" - Interview mit Hannelore Faulstich-Wieland in Erziehung & Wissenschaft (E&W) Heft 4/2017, S. 12-14. Kurzfassung auf der Seite der GEW vom 24.4.17.

Faulstich-Wieland, Hannelore (2016):Dramatisierung von Geschlecht als Beitrag zur Entstereotypisierung von Berufswahlen? In: berufsbildung - Zeitschrift für Praxis und Theorie in Betrieb und Schule 70. Jg. Heft 160, S. 8-10.

Faulstich-Wieland, Hannelore/ Rahn, Sylvia/ Scholand, Barbara (Hg.) (2016): Berufsorientierung im Lebenslauf - theoretische Standortbestimmung und empirische Analysen. bwp@ spezial 12

Faulstich-Wieland, Hannelore/ Scholand, Barbara (2016): Beobachtungen schulischer Berufsorientierung: Be- und Entgrenzung der Statuspassage Schule – Beruf. In: bwp@ spezial 12

Faulstich-Wieland, Hannelore/ Lucht, Anna/ Wallraf, Birgid (2016): Berufsorientierung in praktischer Erprobung: Berufsfindungsaktionstage und Schülerfirmen als Möglichkeiten zur Erweiterung des Berufswahlspektrums? In: bwp@ spezial 12

Faulstich-Wieland, Hannelore (Hg.) (2016): Berufsorientierung und Geschlecht. Weinheim: Beltz Juventa

darin sind folgende Beiträge aus den Hamburger Forschungsprojekten (weitere Beiträge stammen aus der Tagung "Gender und Berufsorientierung - Welchen Beitrag kann die Schule leisten" von 2014 (s.u.):

Faulstich-Wieland, Hannelore: Berufsorientierung und Geschlecht - Eine Einleitung, S. 7-22

Scholand, Barbara: Undoing Circumscription? Berufsbezogene Interessen und Kenntnisse von Schülerinnen und Schülern im 8. Jahrgang, S. 58-84

Faulstich-Wieland, Hannelore: Auszubildende in geschlechtsuntypischen Berufen, S. 85-114

Faulstich-Wieland, Hannelore; Scholand, Barbara: Rahmenbedingungen und Umsetzung der schulischen Berufsorientierung in Hamburg. Welche Rolle spielt "Geschlecht"?, S. 133-146

Beer, Tatjana: Filme über Berufe mit ausgewogenem Geschlechterverhältnis. Präsentation von vielfältigen Geschlechterbildern?, S. 147-163

Scholand, Barbara (2015): "Berufsorientierung und Geschlecht" - Hamburger Stadtteilschulen im Blick der Forschung. In: hlz - Zeitschrift der GEW Hamburg, Heft 12/2015, S. 52-54.

Faulstich-Wieland, Hannelore; Scholand, Barbara (2015): Berufsorientierung und Gender – Werkstattbericht aus einem Forschungsprojekt an Stadtteilschulen in Hamburg. In: Gender 10 (1), S. 79–96.

Lucht, Anna (2014): Ethnographie einer Schülerfirma: Welches Verständnis von Berufsorientierung zeichnet sich bei den Lehrkräften und den SchülerInnen ab? In: BwP@ Ausgabe 27 - http://www.bwpat.de/ausgabe27/lucht_bwpat27.pdf

Faulstich-Wieland, Hannelore (2014): Schulische Berufsorientierung und Geschlecht - Stand der Forschung. In: Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien - fzg 20 (1), S. 33–46.

Faulstich-Wieland, Hannelore (2014): Mit den Vorurteilen allein gelassen. Junge Frauen in männlich dominierten Berufen. In: Frau geht vor (3), S. 16–17.


Aktivitäten

Aktive Mittagspause an der Universität Hamburg am 8.3.2017

Barbara Scholand hat das Projekt und seine Ergebnisse am Weltfrauentag in der "aktiven Mittagspause" vorgestellt. Die PPT dafür finden Sie hier.

Tagung " Inklusive Übergänge – (Inter)nationale Perspektiven auf Inklusion im Übergang von der Schule in weitere Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung" an der Universität Wien am 25./26.11.16

Vortrag: Hannelore Faulstich-Wieland: „Paradoxien des gendergerechten Übergangs von der Schule in die Berufsausbildung am Beispiel des Berufsorientierungsunterrichts

Symposium "Gender und Berufsorientierung - Praktische Beispiele einer gendersensiblen Berufsorientierung"

Am 28. und 29.10.2016 veranstalteten wir im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens ein Symposium, auf dem praktische Beispiele einer gendersensiblen Berufsorientierung vorgestellt werden. Das Programm, die Präsentationsfolien, einen Bericht von Barbara Scholand sowie Fotos einer praktischen Übung im Rahmen des Girls' Day Parcours können Sie hier einsehen: Programm, PPT Puhlmann, PPT Bentheim, PPT Wentzel, PPT Friese, PPT Faulstich-Wieland, PPT Scholand, Bericht, weitere Fotos: Foto 2, Foto 3 (Fotos erstellt von Barbara Scholand).

Tagung " Berufsorientierung, Geschlecht und Schule“ – Fachtagung an der Universität Bern am 9.9.16

Vortrag: Hannelore Faulstich-Wieland: „Welche Rolle spielt das Geschlecht bei der Berufsorientierung?

Tagung "Ethnographie der Praxis – Praxis der Ethnographie" an der Universität Hildesheim am 22./23.2.16

Vortrag: Tatjana Beer/Barbara Scholand: »Going native« oder Chance auf vertiefende Einblicke im schulischen Feld der Berufsorientierung?

Tagung "Praxeologie und Differenz" der Europa Universität Flensburg am 28./29.1.2016

Vortrag: Hannelore Faulstich-Wieland/Tatjana Beer/Barbara Scholand: Herstellung von Differenzen im und durch berufsorientierenden Unterricht - Dynamisierung der Beziehungen zwischen Lehrkräften und Schüler/innen (Teilnahme: Tatjana Beer und Barbara Scholand)

Tagung Gender und Berufsorientierung - Welchen Beitrag kann die Schule leisten?
Freitag, den 24.10.14, Universität Hamburg

Das Programm, einen Bericht von Tatjana Beer, Universität Hamburg sowie die Powerpointpräsentationen können Sie über die jeweiligen Links aufrufen:

Dr. Nina Wehner, Universität Basel: "Kontinuität und Wandel von Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen“.

Dr. Elena Makarova, Universität Bern: „Mathematisch-naturwissenschaftlicher Unterricht und die geschlechts(un)typische Studienwahl junger Frauen“.

Prof. Dr. Sylvia Rahn, Bergische Universität Wuppertal: „Berufliche Orientierung und Übergangsprozesse Jugendlicher“.

Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland/ Barbara Scholand, Universität Hamburg: "Rahmenbedingungen und Umsetzung von Berufsorientierung in Hamburg".

Bericht im Newsletter der Universität Hamburg

Die Beiträge der Tagung u.a. sind veröffentlich in dem Sammelband: Faulstich-Wieland, Hannelore (Hg.) (2016): Berufsorientierung und Geschlecht. Weinheim: Beltz Juventa


Hamburg 1 sendete vom November 2014 für ca. ein Jahr einmal im Monat einen Beitrag "Hamburgs Beste", in dem Forschungsprojekte der Universität vorgestellt werden. Am 23.2.2015 wurde unser Projekt vorgestellt.


 

Workshop Education-work transitions in times of financial crisis: comparing Germany and Greece in European and international perspective
Dialogue with Higher Education in Southern Europe Programme - German Academic Exchange Service (sponsored by Federal Foreign Office)
17-18 December 2013

Programm in deutsch, englisch, griechisch

December 17 th and 18 th 2013 students and scholars from Thessaloniki and Hamburg met at the Unesco Institute for Lifelong Learning (UIL) to discuss problems of education-work transitions in times of financial crisis in a comparing perspective. The workshop was part of the “ Dialogue with Higher Education in Southern Europe Program” the German Academic Exchange Service (DAAD) had proposed – financed by funding of the Federal Foreign Office (Auswärtiges Amt).

The Dialogue was organized by Prof. Dr. Ioanna Papavassiliou from the University of Macedonia, Prof. Dr. Lynne Chisholm from the UIL and Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland from the University of Hamburg. Participants were ten students from the University of Macedonia, seven students from the University of Hamburg (from both countries they were Bachelor- and Master-students as well as doctoral students), six scholars from three universities in Thessaloniki, one from the UIL and four from the University of Hamburg.

After welcome greetings by the director of the UIL, Prof. Dr. Arne Carlsen and the two organizers from Hamburg and Greece, Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland and Prof. Dr. Ionna Papavasileiou, the Greek students contributed by a starting program: “experience the Greek way of doing things!” We exchanged opinions about our thinking of Greece, got acquainted with the Greek mythology and worked in groups on stories about Odysseus, a young student in times of crisis – a very successful beginning of the exchange.

Prof. Dr. Lynne Chisholm from UIL then presented research results about changes and continuities of transitions to adulthood in Europe. She talked about individualization and biographization as consequences of societal changes characterized by extension, de-standardization, fragmentation, pluralization and fluidity. Young people often are forced into long during dependence with a widening of possibilities on the one hand and insecurities and discontinuities on the other hand: “everywhere to go, nowhere to stay”, she said.

From a philosophical view point Prof. Dr. Vasiliki Karavakou from the University of Macedonia talked about occupational challenges of modern education in times of crisis which need reflections on the relationship between culture and education in modern Greece and Europe. She pleaded that we should not forget the Enlightenment dream: “The transition from education to work should reveal new capabilities , the employment of new and richer skills , the encouragement of mindful individuals to benefit from a new educational enlightenment.”

Jessica Rother from the University of Hamburg then presented the conceptions of the vocational guidance and counselling in secondary education in Hamburg's schools. The themes of career education are thought to help young people clarify their individual interests, detect their competences and plan the individual transfer. Although the concept is well-thought the reality has quite a lot of problems putting such career education into practice. Therefore Jessica Rother concluded: “Career education is an important task in secondary school and it is a difficult one!”

The lunch break was taken in the University canteen – showing German student life – and afterwards two of the German students, Jorina Grünewald and Kim Kulessa, invited the participants to a short campus tour, telling them a little bit about the history of the University of Hamburg.

The afternoon of December 17 th started with the presentation of Prof. Dr. Ioanna Papavassiliou about “Key Competences and Transversal Skills as a means for transitions in times of crisis: The role of guidance in their development”. She pointed out that key competences represent a transferable, multifunctional package of knowledge, skills and attitudes that all individuals need for personal fulfillment and development, inclusion and employment. Those competences are developed in a lifelong process and career guidance counselors as well as other educators should help young people to prepare themselves for a world in which quite a lot of them have to invent their jobs instead of just fitting into given ones.

PD Dr. Burkhard Vollmers from the University of Hamburg talked about “ Diagnostics and Pedagogical Support of Vocational Action Competence within Vocational Orientation, Education and Training in Germany”. He presented some tools that are used in assessment centres to test social competences. Thereby should be the crucial fact that “ the vision is inclusive assessment and pedagogical aid, no selection”.

Prof. Dr. Lefkothea Kartasidou from the University of Macedonia completed the presented informations by showing prerequisites of the transition process from school to working life for people living with disability. Social and independent living skills are mostly taught to these people. That is very valuable but as Lefkothea Kartasidou could show from research mostly students with mild disabilities benefit from education while support for students with severe disabilities can only be found in big cities.

Before dinner the Greek students activated the participants of the workshop to question what steps ahead could be made. An impressive staging showed differences for realizing one's life in jobs in Germany and in Greece. For example teachers in Germany earn enough money for a reasonable good life and a secure education for their children while teachers in Greece can nearly afford more than than the necessary for shelter and food. Discussed reasons for the differences and the consequences not only pointed to aspects of the economic crisis but also to differences in cultural and societal normality – resulting in difficulties as well as in opportunities to manage the crisis.

The dinner was prepared by students from a vocational school in Hamburg and showed how young people are given opportunities to practice what they learn in their vocational training.

The second day was dominated by five more presentations. First Prof. Dr. Werner Kuhlmeier from the University of Hamburg asked if the “readiness for vocational education and training” (Ausbildungsreife) is a meaningful and useful concept in pre-vocational education. He told us that in Hamburg every young person has the right to get a vocational qualification. If there are not enough apprenticeships in the dual system and one does not get a vocational education in a full-time school than there are vocational schools that provide in cooperation with organizations a fulltime qualification combined with internships. Young people are eligible for this education if they are “training mature” (ausbildungsreif). Therefore it is necessary to discuss what “training maturity” could and how or who is going to help students to acquire it. One prerequisite is a diagnosis instrument – for which Werner Kuhlmeier showed some possibilities.

After that Prof. Dr. Athanasios Belidis from the Alexander Technological Educational Institute of Thessaloniki informed about the development of entrepreneurial culture for self-employment as a pathway for the transition between education and employment. At Athanasios Belidis' institution there are curricula that help train students in achieving competencies for innovative entrepreneurs – that means especially to work with new technologies and computers and not just to fill niches everybody tried to fill like cafés or blockbuster stores or things like that.

Natalia Moutopoulou who is a career counselor at the University of Macedonia talked about “ Career development of Greek college students and their transition into employment”. In a very impressive video about changes during the next years she made it clear that “we are currently preparing students in order to solve problems; we don't even know are problems yet!” Therefore counselors should motivate and empower students to engage in learning experiences, support their efforts in balancing their life and assist them in “finding the meaning of their experiences”.

Prof. Dr. Vasiliki Deliyianni-Kouimtzi from the Aristoteles University of Thessaloniki added to the first presentation about changing transitions for young people by pointing out the transition processes in the Greek contemporary socio-economic reality – “youth transition in crisis”. She resumed: “It seems that the economic crisis in Greece has created a dysfunctional context for youth transitions themselves, putting in danger traditional structures and institutions and historically stable patterns and practices”. But there are crucial questions not yet answered by research nor by society itself, especially the following one: “How a society that falls apart could keep its coherence and, at the same time, offer hope to younger generation to continue?”

In the last presentation Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland from the University of Hamburg explained the relevance of gender in school-based vocational guidance and career education. After showing some data about gender segregation in vocational education as well as in university and college majors she presented theoretical models to explain why gender is a relevant aspect that educators and counselors should be aware of. Research on the other hand makes clear that this awareness is mostly lacking. Therefore gender competency is a core requirement for educators.

At the end of the workshop again the Greek students made all participants think about what they had learned. They could show that “change by exchange” is a successful way of gaining knowledge and understanding. All participants agreed in hoping that this workshop could just be the beginning of an exchange that might be followed by others.