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Arbeitsstelle für Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung

Leitung

Prof. Dr. Johannes Bastian

Aufgaben

  • Vernetzung von Entwicklungen in Hamburg
  • Unterstützung von Einzelschulen
  • Kooperation der drei Phasen der Lehrerbildung
  • Forschung
  • Nachwuchsförderung
  • Entwicklung von Studium und Lehre
  • Kooperation mit anderen Universitäten

Entstehung

Lehrerbildung in Hamburg hat eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit Schulen in Hamburg und Umgebung.
Lehrerinnen und Lehrer beziehen Studierende als Praktikantinnen bzw. Praktikanten in ihren Unterricht ein: Studierende sollen die gegenwärtige Praxis kennen lernen und Veränderungen von Unterricht anregen und erproben. Schulen, die neue Wege suchen, verlangen vom Fachbereich Erziehungswissenschaft Beratung, Begleitung und Evaluation.

1997 ergab eine Umfrage im Fachbereich Erziehungswissenschaft, dass allein in Hamburg (mindestens) 32 Schulforschungs- bzw. Schulberatungsprojekte durchgeführt wurden. Um diese Arbeiten zu vernetzen, wurde 1997 zunächst eine Arbeitsgruppe für Schulentwicklungsforschung gegründet. Dort wurden in Workshops inhaltliche und methodische Fragen der Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung erörtert.

1999 schien es an der Zeit, diesen losen Verbund von Forscherinnen und Forschern zu institutionalisieren und mit anderen Einrichtungen in Hamburg zu vernetzen.
Mit Genehmigung des Präsidenten der Universität wurde im Juni 1999 die Arbeitsstelle für Schulentwicklung und Schulentwicklungsforschung eingerichtet.

Aufgaben und Ziele

  • Förderung von Kommunikation und Kooperation der bestehenden Arbeits- und Forschungsprojekte innerhalb des Fachbereichs: Austausch über inhaltliche und methodische Fragen, Fragen der Mittelbeschaffung und der universitären Forschungsförderung.

  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Angebote von geeigneten Aufgaben für Qualifikationsarbeiten (Themenbörse); Einrichtung von Forschungskolloquien, die den Austausch zwischen den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern stärken.

  • Stärkung des Themengebiets Schulentwicklung in der erziehungswissenschaftlichen Lehre: Neben den bereits bewährten Ringvorlesungen sollen Lehrverbünde und Forschungswerkstätten unter Beteiligung von Praktikern und Praktikerinnen aus Schulen und Schulverwaltung dazu beitragen, dass Studierende Schulentwicklungsforschung zu einem Studienschwerpunkt ausbauen können.

  • Kooperation und Kommunikation zwischen den drei Phasen der Lehrerbildung: Unterstützung der Profilbildung von Schulen durch Beratung, Begleitung oder Evaluation von Veränderungen in schulischen Lehr-Lernstrukturen und -inhalten wie von Veränderungen der Organisationsstrukturen; Beteiligung an der Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern; Politikberatung.

  • Kooperation mit anderen Universitäten: Mitarbeit im "Nordverbund Schulbegleitforschung", dem Mitglieder der Universitäten Bremen, Hamburg, Oldenburg, Bielefeld, Osnabrück, Paderborn, Lüneburg und Potsdam angehören; Kooperation mit dem "Netzwerk Organisationsentwicklung" des Instituts für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund.

 

Forschungsprojekte

2008 – 2015 Wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase Gemeinschaftsschule Berlin gemeinsam mit Ramböll Management, Berlin und Hamburg und bezüglich der Lernstandserhebungen in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg)

Förderumfang bis 2012 ca. € 650.000 (ohne Lernstandserhebung)
Förderumfang bis 2015 ca. € 300.000 (ohne Lernstandserhebung)
 
2008 – 2012: Prof. Dr. Johannes Bastian, Dr. Julia Hellmer für die Universität Hamburg 

2012 – 2015: Prof. Dr. Johannes Bastian, Prof. Dr. Dagmar Killus, Dr. Joachim Herrmann für die Universität Hamburg

Gegenstand des Projekts ist die prozessbegleitende und ergebnissichernde Evaluation der Pilotphase Gemeinschaftsschule im Land Berlin. Gemeinschaftsschulen sind Schulen, in denen Kinder und Jugendliche von der 1. Bis zur 10. Klasse bzw. bis zum Abitur gemeinsam mit und voneinander lernen. Ziel der neuen Schulform ist mehr Chancengleichheit und -gerechtigkeit durch längeres gemeinsames Lernen und eine optimale Förderung der individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Schüler. Die Vermeidung von äußerer Differenzierung in Leistungsgruppen erfordert einen neuen und professionellen Umgang mit Heterogenität. Eine solche Lernkultur zu entwickeln ist das gemeinsame Ziel aller Beteiligten. Beteiligt sind seit 2008 zunächst 11 Schulen bzw. Schulverbünde, seit 2009 14 Schulen und 2013 über 20 Schulen.





Die wissenschaftliche Begleitung versteht Schulbegleitforschung als formative Evaluation sowie als unterstützendes Element in der Entwicklung und Implementierung der Gemeinschaftsschule. Die zentralen Untersuchungsbereiche sind:

  • Unterricht
  • Lernen
  • Organisations- und Personalentwicklung
  • Schulklima und Partizipation
  • Schulformwahl und Elternbeteiligung
  • Lernstände und Lernentwicklungen in fünf Kompetenzbereichen

Die Untersuchungen (ohne Lernstand) erfolgen in drei Evaluationszyklen. Jeder Zyklus beinhaltet jeweils quantitative Befragungen von Schüler/innen, Lehrkräften und Eltern aller teilnehmenden Pilotschulen sowie die Durchführung von Fallstudien an ausgewählten Pilotschulen. 

 

Die wissenschaftliche Begleitung wird ergänzt durch eine Erhebung der Lernausgangslagen und der Lernentwicklungen, durchgeführt in Kooperation mit der Abteilung Qualitätsentwicklung und Standardsicherung (LIQ) am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI), Hamburg. Getestet werden die Jahrgänge 2008/09 und 2009/10 in fünf Kompetenzbereichen sowohl in 2009 und 2011.

Bislang veröffentlichte Berichte aus 2009, 2010 und 2012 sind hier abrufbar:
Erster Zwischenbericht  /  Zweiter Zwischenbericht / Bericht 2012

Die Fortführung der wissenschaftlichen Begleitung (2012 – 2015) konzentriert sich auf das Untersuchungsfeld Unterrichtsgestaltung und Unterrichtsentwicklung. In standardisierten Befragungen werden Formen innerer Differenzierung und Unterrichtsgestaltung untersucht.  An 15 Schulen erfolgt dazu eine zweimalige Befragung aller Lehrkräfte. Darüber hinaus werden an sieben Schulen ebenfalls in zwei Zyklen vertiefende qualitative Studien zu diesem Schwerpunkt durchgeführt.
Sowohl die standardisierten Befragungen als auch die qualitativen Studien finden in enger Kooperation mit weiteren Lernstandserhebungen statt. Ziel ist eine systematisch Verknüpfung von Daten aus den Lernkräftebefragungen und den Lernstandserhebungen.
 

2003 – 2005 Evaluation eines KMK Schulversuchs zum Thema: Arbeiten und Lernen in Schule und Betrieb. Kompetenzentwicklung von Schülern und Professionalisierung von Lehrern
(Prof. Dr. Johannes Bastian, Prof. Dr. Arno Combe, Dr. Julia Hellmer)

In diesem Schulbegleitforschungsprojekt wurde erstmals eine intensive Lernortkooperation von Schulen und Betrieben in einer besonders intensiven Variante evaluiert: Die Schüler arbeiteten zwei ganze Tage pro woche in einem Betrieb und drei Tage in der Schule – und das in der Regel über zwei Schuljahre. Untersucht wurden u.a. die Entwicklung der Selbstregulation und der Lernmotivation, die Entwicklung der Berufsorientierung, die Fachleistungen in den Kernfächern, die Gestaltung der Übergänge zwischen Schule und Betrieb sowie die langfristigen Erfolge in einer Absolventenstudie.



  • Bastian, Johannes/Combe, Arno/Hellmer, Julia/Wazinki, Elisabeth: Zwei Tage Betrieb – drei Tage Schule. Kompetenzentwicklung in der Lernortkooperation an Allgemeinbildenden Schulen. Bad Heilbrunn 2007.


  • Hellmer, Julia: Schule und Betrieb. Lernen in der Kooperation. Wiesbaden 2007. 282 S. (Studien zur Bildungsgangforschung; 11) (eine in diesem Projekt betreute Promotion).


  • Bastian, Johannes, Combe, Arno, Hellmer, Julia: Evaluation von Bildungspotentialen einer Lernortkooperation. Begleitforschung im Schulversuch „Arbeiten und Lernen in Schule und Betrieb“ In: Solzbacher, Claudia/Minderop, Dorothea (Hg.): Bildungsnetzwerke und Regionale Bildungslandschaften.  Ziele, Konzepte, Aufgaben und Prozesse, München 2007, S. 281 – 292

2001 und 2002 Vorabevaluation und Abschlussevaluation des Projekts „Schule & Co.“

(Prof. Dr. Johannes Bastian, Prof. Dr. Hans-Günter Rolff - Univ. Dortmund) 



Die Evaluationen überprüfen den Stand der Schulentwicklung sowie die Entwicklung regionaler Bildungslandschaften und deren Rückwirkungen auf Schule und Unterricht. Überprüft werden damit die Effekte des derzeit größten Schulentwicklungsprojekts mit zunächst 54 und am Ende etwa 100 Schulen nach 6 Jahren Laufzeit (1997 – 2002).

Zentral für das Projekt war die Idee, dass die Entwicklung des Unterrichts und des eigenverantwortlichen Arbeitens von Schülerinnen und Schülern der entscheidende Bezugspunkt von Schulentwicklung sein müssen. Durchgeführt wurde das Projekt von der Bertelsmann Stiftung zusammen mit dem Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW in den Modellregionen Kreis Herford und Stadt Leverkusen. Basis der Evaluation waren u.a. eine Befragung der Schulleitungen und der Steuergruppen, eine Befragung der Schülerinnen, eine Analyse der Abschlussberichte der Schulen sowie Dokumentenanalysen und Befragungen an ausgewählten Schulen. 


  • Bastian, Johannes; Rolff, Hans-Günter: Vorabevaluation des Projekts „Schule & Co.“ c/o Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2001 (59 Seiten).
  • Bastian, Johannes; Rolff, Hans-Günter: Abschlussevaluation des Projekts „Schule & Co.“ c/o Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2002 (64 Seiten) unter www.schule-und-co.de.

2000 – 2003 Evaluation des Projekts: Schülerrückmeldung im Unterricht
(Prof. Dr. Johannes Bastian, Prof. Dr. Arno Combe)

In diesem Schulbegleitforschungsprojekt wurden die Entwicklung, Erprobung und Implementation von Prozessen der Schülerrückmeldung als Instrument der Unterrichts- und Schulentwicklung in den Sekundarstufen I und II sowie in einer Berufsschule evaluiert. Durchgeführt wurde das Projekt von Mitgliedern der SchülerInnenkammer Hamburg sowie der GEW Hamburg. Basis der Evaluation waren Fallstudien an den einzelnen Schulen.



  • Bastian, Johannes, Combe, Arno, Langer Roman: Feedback-Methoden. Erprobte Konzepte, evaluierte Erfahrungen. Weinheim, Basel, Berlin 2003 (2. erw. Aufl. 2005).


  • Arno Combe: Professionalisierung und Schulentwicklung im Lichte der Bildungsgangforschung. In: Barbara Schenk (Hg.): Bausteine einer Bildungsgangtheorie. Wiesbaden 2005 (Studien zur Bildungsgangforschung) S. 69ff.


  • Bastian, Johannes, Combe Arno: Feedbackarbeit und Individualisierung. Zum Wechselverhältnis zweier Lehr-Lern-Formen. In: Ingrid Kunze/Claudia Solzbacher (Hg.): Individuelle Förderung in der Sekundarstufe I und II. Hohengehren 2008 S. 173 - 180.


  • Bastian, Johannes/Combe, Arno: Feedback tut not! Differenzierte Lehr-Lern-Formen brauchen das methodengeleitete Gespräch über Unterricht. In: Friedrich Jahresheft, Seelze, 2008,  S.118 f
  • Bastian, Johannes: Feedbackverfahren. In: Bohl, Holtappels, Helsper, Schelle (Hg.): Handbuch Schulentwicklung. Bad Heilbrunn 2010

1998 - 2000 Schulentwicklung und Wandel der pädagogischen Arbeit

In diesem Schulbegleitforschungsprojekt wurden Schulentwicklungsprozesse an sechs Hamburger Schulen aller Schulformen evaluiert. Basis der Studie waren Unterrichtsbeobachtungen, die Dokumentationen von Konzeptgruppensitzungen und Interviews mit den Schulleitungen. Ergebnis der Studie waren empirisch fundierte und praxisnahe Vorschläge für die Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen vor allem unter den Aspekten Unterrichtsentwicklung, Teamentwicklung, Schulprogrammarbeit sowie Aufgaben der Schulleitung, der Schulaufsicht und der Schulbehörde.



  • Arnold, Eva; Bastian, Johannes; Combe Arno; Schelle, Carla; Reh, Sabine: Schulentwicklung und Wandel der pädagogischen Arbeit. Hamburg 2000. 

  • Bastian, Johannes/Combe, Arno/Reh, Sabine: Professionalisierung und Schulentwicklung. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 5. Jg. Heft 3/2002, S. 417 – 435.


  • Arnold, Eva/ Bastian, Johannes/ Reh, Sabine: Spannungsfelder der Schulprogrammarbeit . Akzeptanzprobleme eines neuen Entwicklungsinstruments. In: Holtappels, Heinz-Günter (Hg.): Schulprogramme – Instrumente der Schulentwicklung. Konzeptionen, Forschungsergebnisse, Praxisempfehlungen. Weinheim und München 2004, S. 44 – 60.

1993 – 2000 Evaluation des KMK Schulversuchs: Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe an der Max-Brauer-Schule Hamburg
(Prof. Dr. Johannes Bastian, Prof. Dr. Herbert Gudjons, Prof. Dr. Combe)

Teilprojekt 1: Auswirkungen von strukturellen Rahmenbedingungen auf das Handeln von Lehrerinnen und Lehrern in Schulentwicklungsprozessen.



Teilprojekt 2: Kompetenzentwicklung von Schülern in fächerübergreifenden und individualisierten Lernarrangements



Teilprojekt 3: Professionalisierung von Lehrern in fächerübergreifenden und individualisierten Lehr-Lern-Formen



In diesem Schulbegleitforschungsprojekt – einem der ersten empirischen Forschungsprojekte zu systematischen Schulentwicklungsprozessen – wurde die grundlegende Umwandlung der gymnasialen Oberstufe einer Gesamtschule evaluiert. Entwickelt, erprobt und implementiert wurde der Prozess einer Neugestaltung der Arbeit in den Jahrgänge 11 – 13 durch das Lernen in fächerübergreifenden Profilen, d.h. in dauerhaften Verbindungen von Kursen. Themen dieses Entwicklungsprozesses waren selbständiges und eigenverantwortliches Lernen in konstanten und fächerübergreifenden Lernverbünden und Lehrerkooperation in Teams.

  • Bastian, Johannes; Combe, Arno; Gudjons, Herbert; Herzmann, Petra; Rabenstein, Kerstin: Profile in der Oberstufe. Hamburg 2000. 


  • Schnack, Jochen: Systemzwang und Schulentwicklung. Hamburg 1997 (eine in diesem Projekt betreute Promotion).


  • Herzmann, Petra: Professionalisierung und Schulentwicklung. Eine Fallstudie über veränderte Handlungsanforderungen und deren kooperative Bearbeitung. Opladen 2001 (eine in diesem Projekt betreute Promotion).


  • Rabenstein, Kerstin: In der gymnasialen Oberstufe fächerübergreifend lehren und lernen. Opladen 2003 (eine in diesem Projekt betreute Promotion).


  • Bastian, Johannes; Combe Arno: Fallorientierte Schulentwicklungsforschung: Der Schulversuch „Profiloberstufe“. In: Klaus-Jürgen Tillmann, Witlof Vollstädt (Hrsg.): Politikberatung durch Bildungsforschung. Das Beispiel Schulentwicklung in Hamburg. Opladen 2001, S. 271 – 288.
     

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