Seit dem Wintersemester 1996/97 ist Professor Dr. Meinert A. Meyer Leiter des Arbeitsbereichs Allgemeine Didaktik. Von April 2001 bis März 2003 war er Dekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaft. Er war Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs 821 „Bildungsgangforschung“. Seit April 2007 befindet sich Meinert Meyer im Ruhestand.
Aktuell:
Meinert A. Meyer: A view on didactics and instructional planning from the perspective of research on learner development and educational experience. In;Èducation & Didactique, Jahrgang 4, 2010, Heft 2
Jahresbericht 2011 für die Moderne Schule Hamburg (MSH)
1) Brian Hudson and Meinert A Meyer: Beyond Fragmentation: Didactics, learnig and teaching in Europe: *Table of Contents*,
(2) Brian Hudson and Meinert A Meyer: Beyond Fragmentation: Didactics, learnig and teaching in Europe: *Introduction: Finding common ground behind fragmentation
(3) *Meinert A Meyer: *Professional teacher development and educational experience*. In;: Brian Hudson and Meinert A Meyer: Beyond Fragmentation: Didactics, learning and teachng in Europe:
Abschlussbericht des DFG-Graduiertenkollegs 821: „Bildungsgangforschung“
Abschiedsvorlesung: Allgemeine Didaktik aus der Perspektive der Bildungsgangforschung
Meinert A. Meyer / Ingrid Kunze / Matthias Trautmann (Hrsg.): Schülerpartizipation im Englischunterricht. Eine empirische Untersuchung in der gymnasialen Oberstufe.
Meinert A. Meyer und Hilbert Meyer : Wolfgang Klafki. Eine Didaktik für das 21. Jahrhundert?
Meynert A. Meyer, Manfred Prengel, Stephanie Hellekamps (Hrsg.): Perspektiven der Didaktik
Mitgliedschaften
- Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft
- Deutsche Gesellschaft für Fremdsprachenforschung
- European Educational Research Association: Convenor in Network 27, Didactics/Learning and Teaching
- Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Comenius-Gesellschaft
- Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Oberstufen-Kollegs an der Universität Bielefeld
- Wissenschaftliche Beratung der Modernen Schule Hamburg (private Schule mit Unterricht auf Deutsch, Englisch und Chinesisch ab Klasse 1)
Arbeitsbereiche
Meine Arbeit weist die folgenden Schwerpunkte auf:
1. Ich bemühe mich mit kritisch-konstruktivem Bezug auf den amerikanischen Erziehungswissenschaftler, Psychologen und Philosophen John Dewey um eine experimentelle Grundhaltung für die Lehrertätigkeit und dem zuvor für die Lehrerausbildung. Was die beste Lehrmethode ist und was sich heute als begründete Zielsetzung von Schule und Unterricht ausweisen lässt, ist noch nicht ausgemacht. Meine fachdidaktischen Schwerpunkte sind dabei die Fremdsprachen und der Philosophieunterricht.
2. Mich interessiert, wie man eine neue Allgemeine Didaktik gestalten und Studierenden vermitteln kann – gegenüber und in Kooperation mit Vertretern der Fachdidaktiken und mit Vertretern der psychologischen Lehr-Lernforschung, die insgeheim oder öffentlich gerne auf die Allgemeine Didaktik verzichten würden, weil sie ihre eigene Theoriebildung vornehmen und weil die Allgemeindidaktiker nicht ausreichend empirisch arbeiten. Dafür stelle ich mir eine semantische Theorie des Unterrichts vor, auch wenn es sie bis jetzt nur als Idee gibt, und bemühe mich um Bildungsgangdidaktik, also um die Integration des Bildungsgangs der Lehrenden und Lernenden in die Theorie des Lehrens und Lernens.
3. In den letzten Jahren ist dabei im Rahmen des Graduiertenkollegs Bildungsgangforschung, dessen Sprecher ich war, die Bildungsgangforschung für mich zunehmend wichtiger geworden. Wir interessieren uns dafür, wie man das Konstrukt der „Entwicklungsaufgaben“ (Robert J. Havighurst) in die Didaktiken einbringen und mit dem Konstrukt der „Sinnkonstruktionen“, die Unterricht aus Lehrer- und aus Schülersicht stabilisieren, verknüpfen kann. Ich verweise dafür auf Matthias Trautmann, Hrsg. (2004): Entwicklungsaufgaben im Bildungsgang, VS Verlag für Sozialwissenschaften; Barbara Schenk, Hrsg. (2005): Bausteine einer Bildungsgangtheorie, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden; und Hans-Christoph Koller, Hrsg. (2008): Sinnkonstruktion und Bildungsgang. Verlag Barbara Budrich.
4. In der Bildungsgangforschung und -didaktik geht es unter anderem um die Frage, wie sich Schülerpartizipation im Fachunterricht in der Gymnasialen Oberstufe realisieren lässt und welche Möglichkeiten es gibt, die Schülerpartizipation langfristig zu stärken. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass Schüler sehr wohl in der Lage sind, Unterricht sachkompetent zu beschreiben; sie verfügen also über didaktische Kompetenz; sie verhalten sich aber immer wieder rezeptiv, oft sogar ausgesprochen passiv. Aus meiner Sicht ist deshalb für die Unterrichtsentwicklung wichtig, dass Schüler zunehmend auch eine didaktische Verantwortung für die Unterrichtsgestaltung übernehmen. Ich verweise dafür auf Meinert A. Meyer/Ingrid Kunze/Matthias Trautmann, Herausgeber: Schülerpartizipation im Englischunterricht. Eine empirische Untersuchung in der gymnasialen Oberstufe. Verlag Barbara Budrich, Opladen & Farmington Hills (2007).
5. Die Frage, wie Allgemeine Bildung und Migrationsgesellschaft zusammen passen, sollte aus unterschiedlichen Perspektiven erforscht und bearbeitet werden. Meine Perspektive ist dabei in gewisser Weise eine traditionelle: Mich hat schon lange die These Wilhelm von Humboldts fasziniert, dass man dadurch, das man fremde Sprachen lernt, zu einer neuen „Weltansicht“ kommen kann. Wenn man diese didaktisch-bildungstheoretische Idee auf die interkulturelle Problemstellung von heute überträgt, führt das zu der These, dass man durch die ernsthafte Beschäftigung mit anderen Lebenswelten, Menschen und Kulturen zu einer Allgemeinbildung kommen kann, die nicht möglich wäre, wenn man sich in der Schule immer nur mit sich selbst und der eigenen Tradition (dem „abendländischen Erbe“) beschäftigte. Das Fremde ist also das Bildende. Zielsetzung der Schule sollte es deshalb sein, den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, sich in der Auseinandersetzung mit dem Fremden selbst besser zu verstehen. Schon Wilhelm von Humboldt spricht deshalb von dem Bildungsprozess als einem Prozess der „Entfremdung“. Dabei war in seiner Zeit allgemeine Bildung nationale Bildung. Heute, zu Beginn des neuen Jahrtausends, wäre eine national konzipierte Allgemeinbildung stockkonservativ. Mit dieser wertenden Feststellung ist aber noch nicht geklärt, wie eine neue Allgemeine Bildung für die globalisierte Welt aussehen kann. Auch diese Frage beschäftigt mich weiter.
Allgemeine Didaktik
Die Allgemeine Didaktik ist die allgemeine Theorie des Lehrens und Lernens. Sie ist damit eine Vermittlungswissenschaft. Das, was den Lernenden vermittelt wird, der „Stoff“, wird in dieser Vermittlung nicht eigentlich abgebildet, sondern konstruiert. Das Gleiche passiert im Vermittlungsprozess mit den Schülern. Sie werden zu „Objekten“ der Lehranstrengungen der Lehrer. Wie man Schülerinnen und Schülern dennoch dabei helfen kann, sie selbst zu werden, wie man ihre „Subjekt-Position“ (Lothar Klingberg) stärken kann, sollte in der Allgemeinen Didaktik aus meiner Sicht intensiver erforscht werden. Man kann dafür an den Neuhumanismus anknüpfen, sollte aber zugleich die Probleme unserer Zeit konstruktiv aufnehmen und nicht nur Zeitgemäßheit postulieren. Dafür ist ein forschender Habitus förderlich, in der Wissenschaft und in der Schulpraxis, und dies ist im Lehramtsstudium vorzubereiten. Auch in dieser Hinsicht sollte man im Anschluss an John Dewey die Schule als ein Experiment verstehen.
DFG-Graduiertenkolleg 821: „Bildungsgangforschung“ (Laufzeit 2002 – 2008)"
Bildungsgangforschung ist Lehr-Lern-Forschung und damit in der Institution Schule Unterrichtsforschung. Sie stärkt die empirische Basis der Allgemeinen Didaktik und der Fachdidaktiken. Sie betont dabei mit der Konzentration auf den Gang der Bildung die Perspektive der Lernenden.
Bildung ist ein Prozess, in dem sich das Selbst entwickelt, in dem es lernt, in dem es sich bildet. Mit Krisen, Regressionen, Brüchen, Entwicklungsschüben und Aufbrüchen. Die Förderung von Entwicklung, Lernen und Bildung in der Schule bedarf daher einer Kultur, die nicht nur die Reproduktion der Gesellschaft sichert, sondern zugleich gesellschaftliche Transformationen ermöglicht. Bildungsgangforschung ist deshalb zunächst einmal Lehr-Lern-Forschung und damit in der Institution Schule Unterrichtsforschung. Sie betont dabei mit der Konzentration auf den Gang der Bildung die Perspektive der Lernenden.
Wir haben im Graduiertenkolleg erforscht, wie sich Heranwachsende in Lehr-Lern-Situationen verhalten, wie sie ihre Lernaufgaben deuten und was getan werden kann, um die Entwicklungs-, Lern- und Bildungsprozesse der Heranwachsenden zu fördern. Uns interessiert, wie sie nicht nur Wissen und Können, sondern zugleich auch die Fähigkeit zur Selbstbestimmung und zu verantwortlichem Handeln in einer Welt entwickeln, die zunehmend komplexer und schwieriger wird.
Im Kolleg sind seit seiner von der DFG geförderten Einrichtung mehr als 30 Promotions- und Habilitationsprojekte abgeschlossen worden oder sie werden derzeit noch bearbeitet. Ein großer Teil der abgeschlossenen Dissertationen und Habilitationen ist in den Studien zur Bildungsgangforschung, hrsg. von Arno Combe, Meinert A. Meyer und Barbara Schenk, jetzt im Verlag Barbara Budrich, publiziert worden.
Informationen bezüglich der Zwischenprüfung (alte Lehramtsprüfungsordnung)
Die Studierenden der vier Lehrämter gemäß Lehramtsprüfungsordnung aus dem Jahre 1982 – Lehramt Oberstufe, allgemeinbildend; Lehramt Oberstufe, berufsbildend; Lehramt Grund- und Mittelstufe; Lehramt an Sonderschulen - müssen in der Erziehungswissenschaft und in der Grundschulpädagogik Zwischenprüfungen ablegen. Dabei handelt es sich um eine sogenannte kumulative Prüfung, was heißt, dass Sie sich dann, wenn Sie alle erforderlichen Leistungsnachweise erworben haben, die Zwischenprüfungsbescheinigung im Prüfungsamt, Von-Melle-Park 5, Raum 4061, Frau Ptak, ausstellen lassen können.
Beachten Sie bitte, dass Sie zunächst alle Lehrveranstaltungen des Grundstudiums absolviert und die Zwischenprüfungsbescheinigung erworben haben sollen, bevor Sie Veranstaltungen des Hauptstudiums geht. Für den Fall, dass es irgendwo klemmt, zum Beispiel, weil ein Proseminar nicht angeboten worden ist oder weil Sie zwei Lehrveranstaltungen zur gleichen Zeit schlecht besuchen können, sollten Sie sich per E-mail (Meinert.Meyer@uni-hamburg.de) bei mir melden und darlegen, was Ihnen noch fehlt, was Sie vorgezogen aus dem Hauptstudium studieren wollen und warum sie es wollen.