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Nachruf auf Prof. Dr. Georg Schottmayer

Wir trauern um unseren Kollegen Prof. Dr. Georg Schottmayer, der am 4. November 2011 gestorben  ist. Georg Schottmayer  begann seine Tätigkeit in den 1960er Jahren zunächst als wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Er war dann von 1968 bis zu seiner Emeritierung 1990 Professor für Erziehungswissenschaft an unserem Fachbereich. Auch nach der Emeritierung setzte er seine Arbeit an unserer Fakultät vor allem im Bereich der akademischen Lehre ohne Unterbrechung bis zuletzt umfangreich und engagiert fort.

 

Die frühen sehr bekannt gewordenen Arbeiten von Georg Schottmayer aus den 1960er Jahren liegen im Bereich der medienpädagogischen Forschung. Dazu zählen die Titel „Psychologie des Filmerlebens in Kindheit und Jugend“ und „Fernsehen und Großstadtjugend“. In diesem Kontext ist seine Initiative zum Aufbau des Audiovisuellen Zentrums am Fachbereich Erziehungswissenschaft zu würdigen, dessen wissenschaftlicher Leiter er lange Zeit war. Von ihm gingen zentrale Aktivitäten zum Einsatz audio-visueller Medien im Bereich der Lehrerbildung aus, die bundesweit innovativen Charakter hatten. Dazu gehörte die Mitschauanlage zum Aufzeichnen von Unterrichtssituationen oder das damals erst im amerikanischen Raum bekannte Micro-teaching. 

Die wissenschaftlichen Arbeiten von Georg Schottmayer zeichnen sich durch die große Bandbreite der Themen aus, zu denen er im Laufe seiner erziehungswissenschaftlichen Lehr- und Forschungstätigkeit gearbeitet hat. Dazu gehören die Psychologie des Lehrens und Lernens mit dem Schwerpunkt auf dem Sozialen Lernen, die Entwicklungspsychologie, die Umweltpädagogik mit dem Schwerpunkt auf Wohnen, Spiel und Freizeit und – wie bereits erwähnt – die Medienpädagogik. Besonders hervorzuheben sind dabei zwei Merkmale: die Interdisziplinarität seines Zugangs zu den Themen und die empirische, sozialwissenschaftliche Orientierung seines Denkens und Forschens. Als empirisch orientierter Erziehungswissenschaftler und Diplompsychologe konnte er gegenüber der in den 1960er Jahren vorherrschenden geisteswissenschaftlichen Pädagogik neue Impulse setzen.

Georg Schottmayer setzte sein Wirken immer auch außerhalb der Universität in verschiedenen pädagogischen Praxiskontexten fort. Er importierte die Bau- und Abenteuerspielplatzidee aus Skandinavien in die Bundesrepublik. Er war wissenschaftlicher Berater für Spiel- und Umweltfragen in Ministerien und zehn Jahre als Vorsitzender des deutschen Kinderhilfswerks tätig. Diese praktische Tätigkeit fand ihren Niederschlag in Forschung und Lehre. Es war ihm ein Anliegen, in Lehrveranstaltungen einen Theorie-Praxis-Bezug herzustellen und Studierende in Projektgruppen zu wissenschaftlichem Arbeiten anzuregen. Sein besonderes Interesse galt der Entwicklung von Lern- und Lehrformen in Seminaren, die neben dem Praxisbezug ein selbst organisiertes und selbst bestimmtes Studieren fördern. Bei den Studierenden stieß diese hochschuldidaktische Orientierung auf große Zustimmung, was sich in den immer großen Teilnehmerzahlen in seinen Seminaren manifestierte.

Wir schauen zurück auf die Person und die vielfältigen Tätigkeiten unseres Kollegen Georg Schottmayer und danken ihm als Wissenschaftler und Hochschullehrer für sein langjähriges Wirken an unserem Fachbereich.

Renate Luca
Im Namen des Fachbereichs und der Fakultät

 

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