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Medienpädagogik

Fragestellungen und Inhalte

Die Professur für Medienpädagogik an der Universität Hamburg behandelt medienpädagogische und mediendidaktische Fragestellungen in Forschung und Lehre. Die Mediennutzung verschiedener Altersgruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) und deren Bedeutung für Sozialisation, Erziehung und Bildung werden empirisch und theoretisch erforscht. Dabei richtet sich das Augenmerk auf den kompetenten Gebrauch von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. Der Forschungsbereich bearbeitet hierbei Fragestellungen erziehungswissenschaftlicher Bildungs-, Lehr-/Lern- und Sozialisationsforschung. Die Möglichkeiten des eLearnings, z.B. im Bereich Schule und Hochschule, die Chancen und Risiken von Web 2.0 sowie der Gebrauch von Computerspielen (z.B. "Serious Games") stellen dabei interessante Beispiele aus den Inhalten des Arbeitsbereichs dar. Der Arbeitsgruppe ist es hierbei wichtig, Medien als Teil der alltäglichen Lebenswelt zu betrachten und Medienhandeln in seiner Einbettung in soziale Zusammenhänge und subjektive Sinnzuschreibungen zu verstehen. Fragestellungen lauten daher u.a.: Wie nutzen Kinder und Jugendliche die modernen Medien? Worin liegen die Faszination und der Reiz und wie kann ganzheitlich ein kompetenter Umgang gefördert werden?

Wissenschaftliche Verortung

Medienpägagogik versteht sich als erziehungswissenschaftliche Teildisziplin, die medial geprägte individuelle und gesellschaftliche Lernprozesse (geplante und ungeplante) beschreibt, erklärt und hierzu handlungsbezogene Anleitungen geben soll. Ihre Forschungsfelder unterteilen sich in Mediensozialisation, Mediendidaktik und Medienbildung. Der Schwerpunkt der Professur liegt in der erziehungswissenschaftlichen Theoriebildung zu Mediensozialisation und Medienbildung sowie zum Lehren und Lernen mit neuen Medien. Es sollen die pädagogische Einbettung von Computer und Internet sowie der Umgang mit Medien unter Geschlechterperspektive berücksichtigt werden. Für eine umfassende Medienkompetenzförderung, die sich an den medienökologischen Zonen (vgl. Bronfenbrenner u. Baacke) orientiert und das kindliche Individuum ins Zentrum setzt, stellen das institutionalisierte Bildungssystem, das Mediensystem und das System des gesetzlichen Jugendmedienschutzes wichtige Instanzen dar, die in allen Bereichen des medienökologischen Ansatzes bedeutsame Impulse initiieren.

Medienkompetenzförderung und Lehrerbildung

Zur umfassenden Medienkompetenzförderung im System Bildung ist die fortwährende Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte aller Segmente notwendig, so dass ausgebildete Medienpädagogen im vorschulischen, schulischen und nachschulischen Bereich die Vermittlung von Medienkompetenz als selbstverständlichen Bestandteil ihres Bildungsauftrages begreifen und umsetzen. Der wachsende gesellschaftliche Bedarf an solchen Bildungsangeboten wird zunehmend anerkannt. So wurde z.B. in Hamburg für die Reform der Lehrerbildung der Bereich neue Medien als eines von drei prioritären Themen definiert. Eine nachhaltige und breitenwirksame Integration von informations- und kommunikationstechnischen Innovationen unter didaktischen und bildungstheoretischen Gesichtspunkten hat dabei aber vielfältige Schwierigkeiten zu meistern. Unsere Rolle bei der Bearbeitung dieser Herausforderungen besteht in der wissenschaftlichen Analyse, Konzeptionierung und Begleitung medienpädagogischen und mediendidaktischen Handelns sowie der Organisationsentwicklung.

Mediennutzung als gesellschaftliche Bedingung von Erziehung und Bildung

Neben der Frage, wie Medien in Bildungseinrichtungen genutzt werden können, muss Mediennutzung auch als gesellschaftliche Bedingung von Erziehung und Bildung berücksichtigt werden. Heranwachsende sind durch ihre Mediennutzung immer früher und immer häufiger Risiken ausgesetzt. Für Eltern, die in ihrer Kindheit mit anderen Medien aufgewachsen sind, ist die erzieherische Begleitung keine leichte Aufgabe. Dabei sind viele der Probleme, welche durch die Lücken des Medienschutzes entstehen, nicht pädagogisch lösbar, sondern fallen in den Zuständigkeitsbereich der Politik und sollten nicht pädagogisiert werden. Ausgehend von dem medialen Alltag in den Familien ist neben der Weiterentwicklung rechtlicher und technischer Lösungen des Jugendmedienschutzes sicherzustellen, dass Eltern und Pädagogen über bestehende mögliche Maßnahmen informiert werden und dass Heranwachsenden grundlegendes Wissen und Verhaltensregeln vermittelt werden. Im Blick unserer Forschung stehen die medialen Lebenswelten und familiale medienerzieherische Praxen, um Wege für die Weiterentwicklung wirkungsvoller Maßnahmen des Jugendmedienschutzes zu konzipieren. Hierbei geht es insbesondere um die funktionalen und dysfunktionalen Aspekte der Mediensozialisation mit Blick auf die Medienkompetenz, Identitätsentwicklung und Medienerziehung in den Familien.

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