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Einbindung Studierender in die Evaluation des Modellversuchs

Teil 2 [Artikel aus "medien & bildung" zum SoSe 2011

Im vergangenen Schuljahr wurde an vier Grund- und 15 weiterführenden Schulen in Hamburg ein Modellversuch durchgeführt, der auf die Identifikation von Möglichkeiten und Potenzialen zur Unterstützung individualisierten Unterrichts mit Hilfe von Netbooks abzielte. Zu diesem Zweck wurden den beteiligten Schulen 640 Netbooks bereitgestellt. Prof. Rudolf Kammerl und Lucia Müller des Fachbereichs Erziehungswissenschaft 1 der Universität Hamburg übernahmen die wissenschaftliche Begleitung. Neben ihnen erhielten über 100 Lehramtsstudenten/innen die Gelegenheit, sich die Netbook-Arbeit in den Schulen aus der Nähe anzuschauen.  

Von der Einbindung Studierender in das Evaluationsprojekt wurde bereits im vorletzten Heft „medien & bildung“ (SoSe 2010) berichtet. In vier Praxisorientierten Einführungen in das Studium der Erziehungswissenschaft (PE), deren Fokus auf dem Einsatz digitaler Medien in der Schule lag, wurden diverse Bezugspunkte zu dem Schulprojekt hergestellt und die rund 90 Lehramtsstudierenden konnten vor Ort Eindrücke von der Unterrichtspraxis sammeln.

Und wie ging es weiter? Da ein Großteil der beteiligten Erstsemester den Modellversuch gerne über das ganze Schuljahr hinweg begleiten wollte, wurden zwei Seminare entsprechend konzipiert und ihnen im anschließenden Sommersemester angeboten. Hier bildeten Blockveranstaltungen, in denen eine theoretische Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen im Vordergrund stand, den Rahmen. Seminarbegleitend organisierten die Studierenden selbstständig Schulbesuche und dokumentierten ihre Beobachtungen.

Für den Abschluss des Moduls Grundlagen der Erziehungswissenschaft verfassten die angehenden Lehrer/innen eine Hausarbeit, in der sie einen Unterrichtsentwurf erstellten oder einer eigenen Forschungsfrage nachgingen. Die Besonderheit der Unterrichtsentwürfe bestand darin, die Ausgangslage der Schüler/innen und die Situation in der besuchten Klasse zu analysieren und ein fallorientiertes Konzept für individualisierten Unterricht mit den Netbooks zu entwerfen. Der persönliche Kontakt zu den involvierten Lehrkräften erwies sich dabei als besonders hilfreich. Manche Lehrkräfte waren von den Unterrichtskonzepten so überzeugt, dass sie diese selbst durchgeführt haben oder den Studierenden die Gelegenheit dazu gaben. So wurden beispielsweise im Mathematikunterricht einer Gymnasialklasse das Geometrieprogramm GeoGebra eingeführt und eine dritte Klasse stellte Informationen zu Ländern Europas mit Hilfe der Software LAssi – Learner‘s Assistant zusammen.

Das Schulprojekt und die Evaluation sind inzwischen abschlossen. Viele gelungene Beispiele für individualisierten Unterricht mit Netbooks konnten dokumentiert werden. Zugleich konnten nicht alle Ideen und Vorhaben der Lehrkräfte innerhalb dieses Schuljahres realisiert werden. Es stellte sich heraus, dass das Verständnis von individualisiertem Unterricht bei den beteiligten Lehrkräften stark variierte. Für die Sekundarstufen-Schulen wurde der Netbook-Einsatz in unterschiedlichen Funktionsbereichen und Reichweiten von Individualisierung festgestellt. Die Unterstützung von Maßnahmen und Methoden der Binnendifferenzierung stand eindeutig im Mittelpunkt der Aktivitäten. Darüber hinaus wurden die Netbooks in manchen Klassen für eine systematische Diagnose der individuellen Lernstände und für Lernerfolgskontrollen eingesetzt.

Eine detaillierte Darstellung und Diskussion von individualisiertem Unterricht mit Netbooks, eine Analyse der Gelingensbedingungen sowie Handlungsempfehlungen enthält der Projekt- und Evaluationsbericht zu den Sekundarstufen-Schulen. Ergänzend dazu wurden Beispiele für den Netbook-Unterricht und Materialien der Lehrkräfte in einer separaten Sammlung veröffentlicht. Die Ergebnisse zum Modellversuch Hamburger Netbook-Projekt stehen zum Download auf www.hamburg.de/hamburger-netbook-projekt bereit.

Dass die Schulen die Netbooks nach der Projektlaufzeit behalten konnten, ist nicht nur für die Beteiligten auf schulischer, sondern auch auf universitäre Seite erfreulich, da sich hieraus auch für zukünftige Lehrveranstaltungen Möglichkeiten für eine Verknüpfung von Theorie und Praxis ergeben.

Teil 1 [Artikel aus "medien & bildung" zum SoSe 2010]

Im Schuljahr 2009/2010 führt die Behörde für Schule und Berufsbildung der Schulbehörde Hamburg gemeinsam mit Kooperationspartnern einen Modellversuch durch: 640 Netbooks – auch bekannt als Mini-Notebooks – werden in 19 Schulen in den Jahrgängen 3 bis 13 eingesetzt. Ziel ist die Unterstützung und Förderung des individualisierten Lernens. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch den Arbeitsbereich Medienpädagogik (Prof. Kammerl) des Fachbereichs Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg.

Eine Besonderheit ist die Einbindung der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung. Die Abteilung Ausbildung des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LIA) hält 50 Geräte für Referendare und Referendarinnen bereit, die diese für Unterrichtszwecke ausleihen können (zweite Phase).

Forschendes Lernen

Im Sinne von Forschendem Lernen wurden im Wintersemester 2009/2010 ca. 90 Lehramtsstudierende der Universität Hamburg in die Evaluation eingebunden (erste Phase). Im Rahmen von vier Praxisbezogenen Einführungen in das Studium der Erziehungswissenschaft (PE) wurden die Inhalte und Ziele des Projekts sowie Potentiale und Herausforderungen schulischer Medienarbeit thematisiert.

Ergänzt wurde die theoretische Auseinandersetzung um einen Perspektivenwechsel (von der Schüler- zur Lehrersicht), den die Erstsemester im Rahmen von Schulbesuchen vollziehen konnten. Die bei den insgesamt 66 Unterrichtsbeobachtungen gesammelten Erfahrungen zur Arbeit mit den Netbooks, wurden von den Studierenden dokumentiert und im Seminarrahmen diskutiert. Die Durchführung von leitfadengestützten Interviews mit den beteiligten Lehrkräften ermöglichte ihnen eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Lehrerberuf und den Gelingensbedingungen für die Integration von Computer und Internet in Schule und Unterricht.

Aufgrund der positiven Resonanz von beteiligten Studierenden und Lehrkräften wird die studentische Projektbegleitung im Sommersemester fortgeführt. Prof. Kammerl und Lucia Müller bieten zwei Lehrveranstaltungen für die Studierenden an, die bereits im vergangenen Semester an einer der vier PEs teilgenommen haben. Prof. Breier bindet dieses Mal ein Hauptseminar ein.

 

Bei Fragen zum Modellversuch und der wissenschaftlichen Evaluation können Sie sich an die wissenschaftliche Projektmitarbeiterin Lucia Müller wenden.

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