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ARCHIV: Mercator-FörMig-Treff (2005-2008)

Vom Mercator-FörMig-Treff zum Interkulturellen Schülerseminar

Projektentstehung und -entwicklung

Im Schuljahr 2005/06 startete in Hamburg das Projekt "Mercator-FörMig-Treff" (Förderung für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund) – ein Kooperationsprojekt von Hamburger Schulen (unterstützt von der Hamburger Behörde für Bildung und Sport) und dem Institut für International und Interkulturell Vergleichende Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, finanziert durch Mittel der Stiftung Mercator, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Hamburger Behöre für Bildung und Sport sowie durch die Spenden vieler kleinerer Stiftungen und Unternehmen. Es stand sowohl aufgrund ähnlicher Inhalte und Zielsetzungen als auch wegen der personellen und räumlichen Verbindungen in engem Zusammenhang mit dem BLK-Programm FörMig, dessen Programmträger ebenfalls das Institut für International und Interkulturell Vergleichende Erziehungswissenschaft ist (http://www.blk-foermig.uni-hamburg.de).

Vorbild für den "Mercator-FörMig-Treff" war ein vom Bundespräsidenten ausgezeichnetes Projekt zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund der Universität Essen. Inzwischen laufen bundesweit Projekte, die sich an diesem Förderkonzept orientieren.

Ziel des "Mercator-FörMig-Treffs" war es, die sprachlichen und fachlichen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund der Grundschulen und Sekundarstufen durch systematischen, außerschulischen Förderunterricht zu verbessern. Es gab sowohl Angebote für Deutsch als Zweitsprache als auch Förderkurse in den Unterrichtsfächern der Schule. Ein besonderer Wert wurde auf die Förderung von Deutschkenntnissen in Verbindung mit den fachspezifischen Merkmalen der Schul- und Bildungssprache gelegt, da hierin eine besondere Hürde für den Lernzuwachs bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund gesehen wird. Ferner wurden die Schülerinnen und Schüler auch in Bezug auf ihre Schullaufbahn beraten, bei der Suche nach Praktikumsstellen und Ausbildungsplätzen unterstützt und bei Bewerbungen angeleitet.

Die Zielgruppe der Förderung waren vor allem solche Schülerinnen und Schüler, die eine Chance auf einen erfolgreichen Schulabschluss bzw. das Erreichen des Klassenziels hatten, für die die außerschulische Förderung eine Sicherung dieser Ziele darstellen könnte. Als Kriterium wurde daher ein Notendurchschnitt von mindestens 3,0 festgelegt.

Der Förderunterricht wurde von Hamburger Studentinnen und Studenten durchgeführt, die sich bereits im Rahmen ihres Studiums auf die multikulturelle Realität an Hamburgs Schulen vorbereiten wollten und die zum großen Teil selbst einen Migrationshintergrund hatten.

Einstellungsvoraussetzungen waren ein deutscher Schulabschluss und der Abschluss des Grundstudiums. Die Studentinnen und Studenten wurden durch eine Koordinatorin des Instituts für International und Interkulturell Vergleichende Erziehungswissenschaft auf ihre Aufgabe vorbereitet, in den laufenden Kursen unterstützt und mit Material versorgt. Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen sollten dazu beitragen, die Qualität des Unterrichts kontinuierlich zu verbessern.

Der Förderunterricht fand in Form von festen Kursen (pro Kurs 4 Stunden pro Woche) in Kleingruppen am Nachmittag in den Räumen der Universität Hamburg statt. Im Schuljahr 2005/06 wurden beispielsweise 200 Schülerinnen und Schüler in 35 Kursen von insgesamt 20 studentischen Förderlehrkräften unterrichtet.

Zusätzlich zu den festen Kursen am Nachmittag wurde eine Samstagssprechstunde für solche Oberstufenschülerinnen und -schüler des Projektes eingeführt, welche Unterstützung bei der Erledigung von Hausaufgaben sowie bei der Vorbereitung auf Klausuren brauchten. Mindestens drei Förderlehrerinnen und -lehrer, die die Kernfächer der Schule abdeckten, standen zur Beratung und Unterstützung der Oberstufenschülerinnen und -schüler am Samstagvormittag zur Verfügung.

In den Hamburger Frühjahrs- und Herbstferien wurden außerdem Intensivkurse in den einzelnen Fächern angeboten, die über die gesamte Ferienzeit für mindestens fünf Stunden pro Tag liefen. Einige der Förderlehrkräfte des "Mercator-FörMig-Treffs" beteiligten sich auch an den seit Sommer 2007 einmal jährlich stattfindenden Theatersprachcamps, die in Kooperation der Universität Hamburg mit der Behörde für Bildung und Sport, der Hamburger Sozialbehörde und des Jugenderholungswerks organisiert und durchgeführt werden.

Das Förderprojekt wurde systematisch evaluiert. Die Evaluation trug nicht nur dazu bei, die Qualität des Projektes zu sichern, sondern bot auch die Möglichkeiten zur kontinuierlichen Optimierung noch während der ersten Projektphase. Die Evaluation bezog sich deshalb auf ganz verschiedene Ebenen und Aspekte des Projektes: die Lernerfolge der Schülerinnen und Schüler, die Gestaltung des Unterrichts durch die Lehrkräfte, die Beteiligung und den Einfluss Dritter (schulische Lehrkräfte, Eltern) und den Organisationsprozess des Projektes selbst.

Die Besonderheit des Projektes "Mercator-FörMig-Treff" lag also in der Verknüpfung unterschiedlicher Interessen und Ziele: Förderung von Chancengerechtigkeit sowie Entfaltung von Begabungsreserven bei den Schülerinnen und Schülern, Vorbereitung und Qualifizierung der Studierenden für ihre spätere Berufstätigkeit in der Schule, Entwicklung von Unterrichtsverfahren und Materialien an der Hochschule.

Das wichtigste langfristige Ziel stellte eine dauerhafte Etablierung des Förderprojektes in Hamburg dar. Dieses Ziel wird mit dem "Interkulturellen Schülerseminar" nun weiter verfolgt.

Flyer "Mercator-FörMig-Treff"

Internetseite "Mercator-FörMig-Treff"

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